Unternehmensimmobilien 2024: Stabilität trotz Zurückhaltung am Investmentmarkt


Logistik & Industrie
02.04.2025 Autor/en: Felix Werner, Daniel Sopka, Benedikt Gebert

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zeigt sich der Markt für Unternehmensimmobilien in Deutschland widerstandsfähig. Der aktuelle Marktbericht der INITIATIVE UNTERNEHMENSIMMOBILIEN, der von bulwiengesa erstellt wurde, offenbart: Während sich Investoren noch zurückhalten, bleibt die Nachfrage nach Flächen stabil – mit regionalen und segmentbezogenen Unterschieden.

Flächenumsatz: Süden an der Spitze

Der Flächenumsatz betrug im Jahr 2024 rund 2,7 Millionen Quadratmeter. Besonders dynamisch zeigte sich die Region Süd, die mit einem Anteil von 28,5% erneut Spitzenreiter im regionalen Vergleich war. Im Gegensatz dazu verzeichnete das zweite Halbjahr einen merklichen Rückgang gegenüber dem starken Jahresauftakt – ein Hinweis darauf, dass Nutzerentscheidungen zunehmend von der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit beeinflusst werden.

Produktionsimmobilien bleiben gefragt – trotz Dämpfer

Mit einem Umsatz von 428.500qm im zweiten Halbjahr lagen Produktionsimmobilien zwar deutlich unter dem Vorhalbjahr (–58,8%), doch blieben sie die nachgefragteste Objektkategorie. Ihre Beliebtheit ergibt sich vor allem durch die starke Nutzung durch Eigennutzer – ein stabilisierender Faktor im Marktgeschehen.

Investmentmarkt am Boden – Renditen stabilisieren sich

Das Investmentvolumen für Unternehmensimmobilien erreichte im Gesamtjahr 2024 lediglich 1,19 Milliarden Euro – ein neuer Tiefpunkt im Betrachtungszeitraum. Besonders auffällig: Im zweiten Halbjahr lag das Volumen bei nur 457,7 Millionen Euro. Als Gründe gelten Zinserhöhungen der EZB, zurückhaltende Finanzierungen und eine Diskrepanz zwischen Käufer- und Verkäufererwartungen.

Positiv hervorzuheben ist jedoch die Stabilisierung der Renditen:

  • Gewerbeparks: 5,20 % minimal / 6,30 % Spitzenrendite
  • Produktionsimmobilien: 6,00 % minimal / 7,10 % Spitzenrendite

Gerade diese Seitwärtsbewegung könnte künftig wieder für mehr Planungssicherheit bei Investoren sorgen.

Internationale Käufer wittern Chancen

Erstmals seit Jahren machten ausländische Investoren fast die Hälfte des Marktes aus: 48% des Transaktionsvolumens entfielen auf Käufer aus Europa, Nordamerika und Asien – ein Indiz für das zunehmende Interesse an deutschen Unternehmensimmobilien bei internationalem Kapital.

Ein Hoffnungsschimmer kommt aus der Projektentwicklung: Das Fertigstellungsvolumen lag mit 2,2 Mio.qm leicht unter den Vorjahren, konnte im zweiten Halbjahr jedoch um 41,6% gegenüber dem ersten zulegen. Für das Jahr 2025 wird ein Rekordwert von über 2,4 Mio.qm prognostiziert.

Fazit: Ein Markt im Wartemodus – mit resilienten Fundamenten

Der Markt für Unternehmensimmobilien bleibt trotz des gebremsten Investmentgeschehens robust. Die solide Flächennachfrage, stabile Mieten und eine gut gefüllte Projektpipeline bilden die Grundlage für eine mögliche Erholung. Sollte sich das konjunkturelle Umfeld in der zweiten Jahreshälfte 2025 verbessern, könnte der Sektor zeitnah wieder an Dynamik gewinnen – nicht zuletzt aufgrund des starken Interesses internationaler Investoren und der klaren Nachfrage nach modernen Gewerbeflächen.

Den vollständigen Marktbericht #22 der INITIATIVE UNTERNEHMENSIMMOBILIEN finden Sie hier zum Download

Ansprechpartner: Felix Werner, Teamleiter, werner@bulwiengesa.deDaniel Sopka, Consultant, sopka@bulwiengesa.de und Benedikt Gebert, Consultant im Bereich Logistik- und Unternehmensimmobilien, gebert@bulwiengesa.de

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